Der Thiatildisschrein

In der Geschichte von Kloster und Kirche hat der südliche Querhausarm eine hohe Bedeutung. Als Thiatildiskapelle war er bis 1824 durch eine Mauer vom Haupt- und Seitenschiff abgetrennt.

In einer ursprünglich halbrunden Apsis der Nordwand befand sich das Grab der ersten Äbtissin des Klosters, Thiatildis, der Nichte der Klostergründer Everword und Geva. 1669 wurde Thiatildis, die am Ort von jeher als heiligmäßig verehrt worden war, durch den Bischof und Landesherrn Christoph Bernhard von Galen zur Ehre der Altäre erhoben. Aus diesem Anlass wurden die Gebeine der Heiligen in einen vom Bischof gestifteten, künstlerisch außerordentlich wertvollen Silberschrein umgebettet, den wir, umfasst von einem modernen Bronzegitter, auf einer Basaltstele über der ursprünglichen Grablege vor uns sehen.

Zehn korinthische Säulen tragen ein abgewalmtes Dach und gliedern die Seiten des von dem Düsseldorfer Meister Heinrich Ernst geschaffenen Schreins. Er ist mit barockem Knorpel- und Ohrmuschelwerk überzogen. Eine lateinische Widmungsinschrift und das Stifterwappen des Bischofs zieren die Stirnseiten. An den Längsseiten sind Halbfigurenreliefs der Heiligen Anna, Katharina, Walburga und Elisabeth sprechende Hinweise auf die Charaktereigenschaften  der Thiatildis, nämlich Mütterlichkeit, Gelehrsamkeit, heilkundliches Wissen und Barmherzigkeit.

The Thiatildis shrine

The south transept is of great importance in the history of the convent and the church. Up to 1824 the Thiatildis chapel was separated from the nave and the aisle by a wall.

Originally the tombstone of the first abbess of the convent, Thiatildis, the niece of the founders of the convent, Everword and Geva, was in the semi-circulat apse on the north side. Thiatildis, who had always been venerated as a saint in Freckenhorst, was endowed with the „honours of the altars“ by Bishop Bernhard von Galen in 1669. He donated an exceptionally artistic silver shrine for her mortal remains, which is enclosed by modern bronze latticework on a basalt base, and stands on the original burial place.

Ten corinthian columns support the hipped roof of the highly-decorated shrine, created by Heinrich Ernst from Düsseldorf. At the front end is a dedication and the coat of arms of the bishop, the donor. The reliefs of St Ann, St Katherine, St Walburga and St Elisabeth represent Thiatildis’s character: motherliness, scholarship, medical knowledge and compassion.

  Stiftshof 2, 48231 Warendorf

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