Die Orgel und die mittelalterliche Marienklage im nördlichen Querschiff

Seit 2017 erklingt aus dem nördlichen Querschiff eine neue Orgel. Langjährige Sammlungen eines Orgelbauvereins und drei Orgelbaulotterien bildeten den wesentlichen finanziellen Grundstock für ihren Bau durch die Firma Seifert in Kevelaer. Sie zeigt  ein geradliniges Gehäuse in weißem Anstrich, mit dem sie sich unaufdringlich in den romanischen Innenraum der Kirche einpasst. Ihr Vorgänger war eine von der Dorstener Firma Breil 1964 am gleichen Platz eingebaute Orgel, die wiederum nach der Restaurierung der Gesamtkirche das mehrfach restaurierte Instrument von 1711 ersetzte, das der Orgelbauer Henrich Mencke gebaut hatte. Dessen schöner barocker Prospekt, der das Hauptschiff der Stiftskirche im Westen abschloss, schmückt heute die Dionysiuskirche in Nordwalde.

Eine elektrische Spiel- und Register-Traktur ermöglicht eine flexible Aufstellung des Spieltisches. Rückgrat für die 38 Register des Instruments mit seinen 2178 Pfeifen ist der Prinzipalchor. Zum obertonreichen Register Trompete und Clarine tritt eine Clarinette als delikate Solostimme. Einen optischen Reiz bilden die horizontal an der unteren Gehäusefront ausgerichteten Pfeifen des Clairon.

Etwas verborgen hinter dem Orgelprospekt erblickt man in der kleinen Nebenapsis  das bedeutendste gotische Bildwerk der Kirche. Es ist die 81 cm hohe steinerne Marienklage des Meisters von Osnabrück von etwa 1520. Sie gehört zu dem im Spätmittelalter bedeutsam gewordenen Typus des Pietà-Andachtsbildes, das die persönliche Versenkung des leidgeprüften Ich in das Leiden Christi und seiner Mutter als befreiend und erlösend fördern sollte.

The organ and the Pieta in the north transept

In 2017 a new organ, financed by the local organ society and built by the firm Seifert from Kevelaer, was unveiled. The white linear case fits in well with the Romanesque architecture of the church. It replaces the former organ of 1964, wich was proceeded by an organ of 1711 in the west part oft he church. The wooeden case of this organ was filled with a new instrument in baroque style and is now situated in the church in Nordwalde.
The electronic keys and stops of the new organ mean that the console is flexible. The organ has 38 stops and 2178 pipes. The horizontal pipes under the front of the organ case are those of the clarion.

Behind the organ is the most important gothic sculpture in the church. It is the 81 centimetre high stone pieta from 1520, typical of its time, made by a sculptor from Osnabrück.

  Stiftshof 2, 48231 Warendorf

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