Der Taufstein und die nördliche Seitenkapelle

 

Im Raum am Ende des nördlichen Seitenschiffes begegnen uns besonders wertvolle  Kunstwerke, die zugleich Werke von hoher theologischer Aussagekraft sind.

In seiner Mitte erhebt sich auf attischen Profil in Form einer 1,25 m hohen Säulentrommel der Freckenhorster Taufstein. Er ist das kunsthistorisch bedeutendste steinerne Taufbecken Deutschlands aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ein auf die Kirchweihe von 1129 bezogenes lateinisches Schriftband trennt zwei Bildzonen. Ein romanischer Blattfries und geriefelte Bänder akzentuieren den oberen Abschluss des Rundbeckens. Thema der Bildzonen ist die Erlösung von Sünde und Tod durch die Taufgnade. In den sechs Löwen der unteren Zone ist das in Bann geschlagene Böse veranschaulicht. Zwischen ihnen schaut in einer Achse mit dem Anfang  des Schriftbandes und der Taufszene Christi im oberen Bildfeld ein Menschenkopf hervor, wohl Daniel in der Löwengrube als Hinweis auf die Heilsgewissheit der Glaubenden. In symbolischer Siebenzahl veranschaulichen in der oberen Zone figürliche Flachreliefs das durch die Taufe zugängliche Heil. Die von Säulchen getrennten und von Arkadenbögen überwölbten Szenen zeigen: Die Verkündigung der Geburt Jesu, die Geburt des Herrn, seine Taufe im Jordan als Verweis auf das hier zu empfangende Taufsakrament, den Kreuzestod, die Auferstehung und den Höllenabstieg Christi in einer Doppelszene,  die Himmelfahrt Christi unter der Zeugenschaft der zwölf Apostel sowie die Wiederkunft Christi im Weltgericht.

Die Innenwände der Kapelle schmücken neben einem Kruzifix von 1680 drei Tafeln des spätmittelalterlichen Warendorfer Flügelaltars aus dem Umfeld des Konrads von Soest. Der Mittelteil des Triptychonaltars mit der Kreuzigungsszene befindet sich noch in der Warendorfer Pfarrkirche St. Laurentius. Die Freckenhorster Tafeln zeigen die dramatische Szene des Verrats und der Gefangennahme Christi, die Geißelung Christi und als Innenraumszene die Herabkunft des Hl. Geistes auf die Gottesmutter und die Apostel.

Für die Geschichte des Damenstiftes Freckenhorst sind die bronzenen Wappenschilde von Grabplatten verschiedener Äbtissinnen aus westfälischen Adelsgeschlechtern bedeutsam, die die Außenwand der Kapelle zieren.

The font and the side-chapel on the northern side

In this chapel there are some very valuable works of art, in particular the font, which is the most important stone font in Germany from the first half of the 12th century. A Latin inscription referring to the consecration of the church in 1129 separates two sets of pictures. Round the top of the font is a frieze of leaves and curved ribs. The subject of the pictures is the salvation from sin and death through baptism.The six lions in the lower part represent evil, which has been defeated. The head of Daniel among them demonstrates the certainty of salvation for believers. The seven low-reliefs in the upper part demonstrate salvation through baptism. The scenes, separated by pillars and set within arches, show the Annunciation, the birth of Christ, his baptism in the River Jordan, the Crucifixion, the Resurrection and Christ’s descent into hell, the Ascension of Christ witnessed by the twelve apostles, and the Last Judgement.

On the inner wall is a crucifix from 1680 and three panels of the Warendorf winged-altar from the late middle ages, attributed to the artist Konrad von Soest. The middle section of the tryptich altar with the scene of the Crucifixion can be seen in the Warendorf parish church, St Laurentius. The panels in Freckenhorst show the dramatic scene of the betrayal and capture of Christ, the flagellation of Christ, and descent of the Holy Spirit to the Virgin and the Apostles.

On the outer wall of the chapel are the bronze coats of arms taken from the tombstones of the Westphalian aristocratic abbesses of the convent.

  Stiftshof 2, 48231 Warendorf

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